“Firefly” - Wilder Westen im Weltall

17 04 2008

Wenn mir jemand erzählt, daß er gerne Käse mit Marmelade isst oder seine Gurken in Nutella dippt, dann halte ich das schon für eine gewagte Mischung. Auch der Macher der Erfolgsserie “Buffy”, Joss Whedon, scheint gerne zu mixen, was nicht zusammen zu passen scheint. In seiner, in Deutschland leider unbekannten, Serie “Firefly” mischt er Science Fiction mit Western. Was zunächst ähnlich unvereinbar klingt wie Marmelade mit Käse, ist auf den zweiten Blick eine Serie mit Witz und Potential…

Die nicht allzu ferne Zukunft im 26. Jahrhundert. Die Menschheit ist in den Weltraum vorgedrungen, Planeten werden “terraformt” um sie bewohnbar zu machen, Siedler werden von der Allianz zu den Randplaneten geschickt um die Anfangsarbeit zu leisten. Malcolm Reynolds, ehemaliger Kämpfer der unabhängigen Browncoats, die gegen die allmächtige Herrschaft der Allianz ankämpften, hat nach der entscheidenden Schlacht um Serenity-Valley alles verloren. Mit seiner alten Mitkämpferin Zoë findet er ein Transportschiff der Firefly-Klasse, eine Mechanikerin (Kaylee), einen Piloten (Wash), einen Söldner (Jayne) und eine Companion (Inara) und fliegt seitdem unter dem Radar der Allianz von einem zweifelhaften Auftrag zum Nächsten. Die Companion, eine moderne Entsprechung zur Bardame im Wilden Westen, mietet sich ein Shuttle auf dem Schiff und hilft dem Captain, dank ihrer hoch angesehenen Position, auf Planeten zu landen und mit Leuten zu verkehren, die er sonst nicht kennenlernen würde. Richtig spannend wird es aber erst, als der Shepherd Book (eine Art Priester) und der undurchsichtige Simon an Bord kommen. Die seltsame Kiste in Simons Gepäck erregt nämlich nicht nur die Aufmerksamkeit der Crew.

Serenity

Joss Whedon hat mit dieser Serie wirklich eine Mischung zusammengestellt, die es in sich hat. Da Whedon nur die USA und China als mögliche Partner sah, um das All zu erobern, ist die Flagge der Allianz rot, mit gelben Stars und Stripes. Auch die Charaktere fluchen auf chinesisch, so kann man den Fans zusätzliche Fleißarbeit aufgeben und die amerikanische Zensur umgehen (ähnlich dem Wort “Frak” bei Battlestar Galactica). Bei Prügeleien in den Space-Saloons fliegen die Leute durch holografische Fenster, die Siedler auf den Randplaneten benutzen lieber Pferde, als Straßen anzulegen und Laserpistolen sucht man vergeblich. Auch die Aliens und Roboter, die bei Sci-Fi immer erwartet werden, fehlen, man vermisst sie aber auch nicht. Denn Whedon gleicht das mit witzigen Wortgefechten und spannenden Storylines wieder aus.

Der Pilotfilm kam beim Auftragssender FOX allerdings schlecht an. FOX entschied sich den Pilotfilm nicht zu senden, gab aber grünes Licht für 14 Folgen. Diese wurden dann allerdings nur bis zur 11 Folge gesendet, die Serie wurde eingestellt. Zum Abschluß lief dubioserweise der bis dahin nicht gesendete Pilotfilm. Verärgert über die Politik von FOX und beflügelt von den überwältigenden DVD-Verkäufen klopfte Whedon bei UNIVERSAL an und konnte dort seine Idee für einen abendfüllenden Film anbringen. Mit “Serenity” knüpfte er die losen Enden der Serie zusammen und lieferte den Fans damit einen würdigen Abschluß für ihre Lieblingsserie. Wahre Hardcorefans können aber immer noch in die Welt der Firefly-Crew eintauchen. Die dreiteilige Comicheftserie “Serenity:Those Left Behind” liefert eine Vorgeschichte zum Kinofilm und von einer weiteren dreiteiligen Reihe, “Serenity:Better Days”, ist bereits der erste und der zweite Teil erschienen.

Wer auf Science-Fiction und Western steht, sollte sich diesen gewagten Mix nicht entgehen lassen. Ich verspreche euch: Es ist defintiv nicht wie Marmelade mit Käse.


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