Bernard Blacks Bild findet man, wenn man in einem Lexikon den Begriff Misanthropie nachschlägt. Er fragt sich des Öfteren, wieso die Leute grade in seine Buchhandlung kommen, wenn sie Bücher kaufen wollen. Einzig die Freundschaft mit Fran scheint ihm etwas zu bedeuten. Diese hat neben seinem Buchladen eine Art “Nanu-Nana”, verkauft dort eine Menge unnützen Kram und kommt regelmäßig vorbei, um mit Bernard während ihrer Mittagspause zu rauchen und eine Flasche Wein zu genießen. Als sich Manny in seinem Laden als Retter in der Not (er hilft Bernard bei seiner Steuererklärung) beweist und Bernard ihm einen Job anbietet, entsteht eine perfekte Konstellation für eine Sitcom.
Britische Sitcoms werden in Deutschland ignoriert. “Spaced”, “Father Ted” und ähnliche Serien wurden nie übersetzt und synchronisiert. “The Office” wurde bei uns zu “Stromberg”, “The IT Crowd” wurde von SAT1 eingedeutscht und zu “Die Jungs an der Maus” verwurstet (sehr treffend). Auch “Black Books” wurde vollständig ignoriert. Amerikanische Serien hingegen werden hier mit Kusshand genommen und gepflegt. Es würde mich nicht wundern, wenn in Deutschland plötzlich die amerikanische Version von “The Office” synchronisiert und uns als DAS SERIENEVENT verkauft würde.
Woran mag das liegen? Sind die britischen Serien für uns nicht verständlich? Weicht der britische Humor so sehr vom Humor des europäischen Festlandes ab? Ich sage laut: NEIN! Für mich ist es unbegreiflich, wieso die Programmchefs die Güte der britischen Produktionen noch nicht erkannt haben. Ich kann mir vorstellen, daß Serien wie “Father Ted”, “The IT Crowd” und auch “Black Books” gut synchronisiert eine ähnliche Fangemeinde finden würden, wie ihre amerikanischen Konkurrenten. Es müsste sich nur jemand trauen.
Doch zurück zum Thema. Der rauchende Ire Bernard Black (Dylan Moran) hat mit dem langhaarigen Manny (Bill Bailey) einen perfekten Mitarbeiter, Freund und Diener gefunden. Zusammen mit Fran (Tamsin Greig) erleben sie nun welche der lustigsten Geschichten, die ich je in einer Sitcom gesehen habe. Wenn Manny und Bernard auf das Haus eines Freundes aufpassen, dabei versehentlich den teuersten Wein des Hauses trinken und diesen dann versuchen neu zu mixen oder Manny herausfindet, dass er ein begnadeter Pianist ist, biegt man sich vor Lachen. Auch die Folge in der Bernhard sich aussperrt und Manny im Laden einsperrt ist einfach genial. Bernard findet kurzfristig einen Job in einer Burgerbraterei und fragt einen Kunden nach dessen Bestellung Pommes: “Wieviele?” Der Kunde darauf: “Äh, vierzig?”
Dylan Moran und Tamsin Greig kennen manche vermutlich durch “Shaun of the Dead” (Dylan spielt den bebrillten Freund von Shauns Freundin, Tamsin taucht in der Zwillingsgruppe auf). Auch Simon Pegg und Nick Frost (die beiden Freunde aus besagter Zombiekomödie) haben Gastauftritte in der Sitcom (Nick als lispelnder Installateur einer Sicherheitstür, Simon als Leiter eines benachbarten Buchshops mit sektenähnlicher Mitarbeiterführung). Leider wurde auch diese Serie nach drei kurzen Staffeln abgesetzt. Als Import ist die DVD-Box mit allen Seasons allerdings auch in Deutschland erhältlich und jedes Pfund wert.
Wer damit klar kommt, dass in dieser Sitcom fast durchgehend geraucht und getrunken wird, der wird einige vergnügliche Stunden mit dem Trio verbringen und dabei hoffen, dass die deutschen Programmchefs mehr Mut bei der Auswahl von britischen Sitcoms zeigen.

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