Science-Fiction-Autoren, Filme und Hollywood

„Blade Runner“, „Minority Report“, „Total Recall“, „Solaris“, „A Scanner Darkly“, „Dark Star“, „2001:Odyssee im Weltraum“, „I, Robot“, „Johnny Mnemonic“, „Krieg der Welten“…

…alles Ideen von berühmten Sci-Fi Autoren, die von Hollywood verfilmt wurden.

Science-Fiction scheint gut bei der Masse anzukommen, allerdings eher in Filmform. Bücher dieses Genres findet man in Buchhandlungen meist in einem kleinen Schrank neben dem großen Fantasyregal. Frodo, Harry Potter und Co. haben magischen Welten und grauenhaften Monstern zu einem erneuten Boom verholfen und auf dieser Welle schwimmen auch viele Studios gerne mit…

Science-Fiction-Filme sind allerdings schon länger ein Garant für volle Kinokassen. Während die Gebrüder Lumière noch Szenen aus dem Alltag auf die Leinwand warfen, zeigte Méliès „Die Reise zum Mond“ und damit auch Sci-Fi ( die Geschichte basiert auf Werken von Jules Verne und H.G. Wells). Deswegen finde ich es interessant, etwas mehr über die Autoren und ihre Verbindung zum Film und zu Hollywood zu erfahren. Ich habe mal ein wenig gestöbert:

„Total Recall“, „Blade Runner“, „Minority Report“ und „A Scanner Darkly“ stammen im Original aus der Feder von Philip K. Dick, über den die Süddeutsche einmal sagte:“Philip K. Dick war einer von Amerikas größten Propheten.“

Die drei Filme geben zwar die Grundstory der Vorlagen wieder, ihnen fehlt aber der ironische Unterton, die abgründige Selbsterkenntnis Dicks, die bei jeder Seite zwischen den Zeilen hervorquillt. Hier ist „A Scanner Darkly“ die Verfilmung, die ich für die Gelungenste halte (Blade Runner enthielt leider kein elektrisches Schaf). Auch andere Filmemacher ließen sich bei ihm inspirieren. „Die Truman Show“ und „Matrix“ enthalten gewisse Ideen seines Romans „Zeit aus den Fugen“, obwohl „Matrix“ auch einiges von William Gibson hat.

Der gilt unter Kennern (neben Neil Stephenson) als der Begründer des Begriffs „Cyberspace“. Die Verfilmung von „Der mnemonische Johnny“ nach Gibsons Kurzgeschichte, über einen Kurier, der für Datendiebe Informationen von A nach B transportiert, war eher dürftig. Der Darsteller des Johnny durfte dann auch beim nächsten Film mitmachen, in dem Themen von Dick und Gibson verarbeitet wurden: Keanu Reeves in der „Matrix“.

„Dark Star“, eine meiner Lieblingskomödien, basiert auf Ray Bradburys Kurzgeschichte „Kaleidoscope“. Naja, wenigstens das Ende. Wer Sci-Fi und/oder gute Komödien mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Der Darsteller des Sgt. Pinback, Dan O’Bannon, schrieb übrigens, neben „Dark Star“, an den Drehbüchern zu „Alien“ (ich lasse die Untertitel einfach mal weg) , „Total Recall“, „Das fliegende Auge“,“Invasion vom Mars“ (dem Remake) und „Screamers“ mit. Zombiefreunden unter euch dürfte er vielleicht durch „The Return of the Living Dead“ bekannt sein, bei dem er auch Regie führte.

I, Robot“, mit Will Smith, basiert auf den Robotergeschichten Isaac Asimovs, der auch die Drei Gesetze der Robotik schuf:

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

Diese Gesetze wurden von Asimov erweitert und lassen auch verstehen, wieso sich die Roboter in dem Blockbuster anders verhalten, als es diese drei Gesetze vorgeben (Das Nullte Gesetz!). Die Firma U.S. Robotics hat ihren Namen übrigens auch dem amerikanischen Autor und Biochemiker zu verdanken.

Ich könnte noch mehr aufzählen, denn ich merke gerade, dass einige der Filme, die oben erwähnt sind, noch nicht vorgekommen sind, aber das würde für heute den Rahmen sprengen.

Ein letzter Autor sei noch erwähnt. Er ist schon verstorben, hat aber scheinbar in Hollywood immer noch einen gewissen Einfluss: L. Ron Hubbard, der Gründer der Scientology.

Tom Cruise, angeblich der zweite Mann bei Scientology, ist gut befreundet mit Will Smith, der angeblich beim Abschluss seines letzten Filmes Scientology-Gutscheine unter der Crew verteilte. Auch viele andere Schauspieler wie Leah Remini, die Carrie aus dem „King of Queens“, Juliette Lewis, Kirstie Alley , Kelly Preston und ihr Mann John Travolta sind Anhänger einer Sekte, deren Idee auf schlechter Sci-Fi basiert. Wer mir nicht glaubt, sollte sich Battlefield Earth ansehen (Lieber Leser, mach dich auf geballte Langeweile gefasst). Dieser Film wurde nach einer Trilogie Hubbards verfilmt (mit Travolta in der Hauptrolle und als Produzent) und gilt als einer der teuersten,schlechtesten Filme aller Zeiten. Der Science–Fiction Guru Forrest J. Ackerman schrieb über ihn: „Ich habe die Mehrheit seiner Erzählungen immer für durchschnittliche Unterhaltungslektüre gehalten. Hubbard verfasste nie ein klassisches Science-Fiction-Meisterwerk von gelehrter Philosophie und gesellschaftlicher Verantwortung, auch keinen Entwurf für ein besseres Morgen.“

Soweit nun mein Einblick in die Welt der Science-Fiction-Autoren und ihres Einflusses auf Hollywood und den Film. Nebenbei sei noch erwähnt: Dem neuen Film mit Will Smith, „I am Legend“, liegt die gleichnamige Geschichte von Richard Matheson zugrunde, die auch schon mit Charlton-„NRA“-Heston verfilmt wurde (Der Omega-Mann).

Wenn man sich diese lange, unvollständige Auflistung ansieht, sollte man auch die Science-Fiction-Autoren zum Writers Strike auf die Straße schicken.

 

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13 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich war gestern in „I am legend“ und muss sagen: nicht gut, nicht schlecht.
    Wahrscheinlich sollte ich mal wieder ein Buch lesen, aber meine Faulheit treibt mich eher zu einem 4h-Kinoabend mit Bier, Popcorn & Freunden.
    Zu deiner Liste: Sci-Fi-Bücher, die meiner Meinung nach zur Crème de la Crème gehören sind „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley und „1984“ von George Orwell.

  2. Ich habe „I am Legend“ jetzt auch gesehn und war eher enttäuscht. Das war ein teurer Zombiefilm und ich kann den Hype nicht ganz verstehen.
    Zu deinen Büchern: Ja, die zählen eindeutig zu den Klassikern und die Liste könnte noch viel länger werden.
    „Brave New World“ gab es auch als TV-Film mit Leonard „Spock“ Nemoy:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Brave_New_World_%28film%29
    und 1984 gibt es sogar in zwei Versionen:
    Die von 1984 mit John Hurt:
    http://www.imdb.com/title/tt0087803/
    und eine TV-Version von 1954:
    http://www.imdb.com/title/tt0174444/
    mit Peter Cushing als „Winston“ .

  3. „I am legend“ ist halt nix andere als „28 days later“ nur mit deutlich fetterem Budget …

  4. In deiner Liste fehlen mir
    George Lucas mit Star Wars (man kann stehen wie man will, Sci-Fi ist das allemal) und
    Steven Spielberg (Stargate), und die Klassiker von
    Jules Verne (20 000 Meilen unter dem Meer)

  5. @lalia:
    Allerdings wollte ich hier die Verbindung zwischen Sci-Fi-Autoren und Hollywood aufzeigen.
    „Star Wars“ und „Stargate“ (übrigens von Roland Emmerich und nicht von Spielberg) sind beides Filme, die nach Drehbüchern verfilmt wurden, ohne eine Buchvorlage zu haben . Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ sehe ich eher im Bereich der Phantastischen Literatur angesiedelt.

  6. ah Emmerich, na knapp daneben *hust*

    Buch und Hollywood, ich ging vom „Buch bis zur Wirklichkeit“ aus. Und damit meine ich auch Drehbücher, immerhin kann man die genauso lesen😉

  7. …da hast du wohl Recht🙂
    Ich sollte meine Überschriften wohl noch genauer wählen.

  8. och nö, so kommt man wenigstens ins Gespräch ^^

  9. Das stimmt allerdings.
    Also: In diesem Beitrag geht es um Verfilmungen nach Vorlagen von Kurzgeschichten und Büchern aus dem Bereich Science-Fiction und den Einfluss von Sci-Fi-Autoren auf Hollywood und den Film im Allgemeinen. Dies geschieht durch eine (unvollständige) Auflistung von Filmen und ihrer literarischen Vorlagen.
    …so müsste es klar sein😉

  10. wunderbar *_*

  11. 🙂

  12. Ich muss nochmal nachschieben, dass die Verfilmung von „I am Legend“ mit Charlton Heston auch nicht die erste war – ein jahrzehnt zuvor gab’s das schonmal mit Vincent Price.

  13. Da hast du wohl Recht. Mit „The Last Man on Earth“ (1964) gibt es noch eine weitere Verfilmung des Stoffes mit dem unvergesslichen Vincent Price.


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