Die Sopranos – Einblicke in die „Familie“

Die Zeit des Writers Strike und das damit verbundende Warten auf Serien wie „Heroes“ und dem grandiosen „Battlestar Galactica“ war für mich ein Anlass, mir die Serien anzusehen, die ich bis dahin verpasst oder einfach übersehen hatte. Nachdem ich mich mit „The Big Bang Theory“ beschäftigt hatte und einige Folgen von „Firefly“ genossen hatte, ging scheinbar kein Weg an den Sopranos vorbei…

Erst sträubte ich mich ein wenig. Krimi- oder Gangsterserien sind nicht mein Ding. Aber schon nach der ersten Folge war es um mich geschehen. Es war einfach zu spannend und interessant erzählt und in Szene gesetzt.

In der Serie geht es um Tony Soprano (gespielt von James Gandolfini) und seine Familie. Und damit ist Familie im doppelten Sinn gemeint, denn Tony ist Mafiaboss und Familienvater zugleich. Er muß ich also nicht nur mit den üblichen Mafiageschäften rumschlagen, sondern auch mit der Pubertät seiner Tochter, den Schulproblemen seines Sohnes und den Bedürfnissen von Frau und Freundin/nen. All der Druck führt bei Tony zu Panikattacken, die ihn zu einer Gesprächstherapie bei Dr. Jennifer Melfi zwingen.

Der Macher der Serie, David Chase, sagte einmal sinngemäß: Das Interessante an der Serie ist, daß sich alle Charaktere ständig gegenseitig anlügen.

Und das stimmt. Nur der allwissende Zuschauer erfährt alle Einzelheiten. Wenn Tony seiner Therapeutin erzählt, daß er heute mit einem Geschäftspartner Kaffee getrunken hat, der ihm noch Geld schuldete, erfährt der Zuschauer nach einem Schnitt, daß Tony diesen Mann mit seinem Auto angefahren und zusammengeschlagen hat, um seine Schuldenforderung zu unterstreichen. Es gibt Maulwürfe, die für das F.B.I. arbeiten, die lügen müssen, um am Leben zu bleiben oder auch Morde, die anderen in die Schuhe geschoben werden. Tony lügt seine Frau an, wenn sie ihn nach seinen Affären fragt, seine Capos unterschlagen im Geld, jeder ist auf seinen Vorteil bedacht.

Aber auch Seitenhiebe auf das Filmgeschäft, Politik und Auftritte von Berühmtheiten machen diese Serie sehenswert. Wenn Tonys Neffe, Christopher, überlegt seine Geschichte an Hollywood zu verkaufen, Onkel „Junior“ einen Brief an Dick Cheney schreibt oder Martin Scorsese zur Eröffnung eines Lokals vorbeischaut, ist immer auch ein wenig Augenzwinkern dabei.

Einer absolut empfehlenswerte Serie, die nun endlich auch meine DVD-Sammlung schmückt. BADA-BING

Published in: on März 6, 2008 at Donnerstag, März 6, 2008  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Es kommt verdammt selten vor, dass ich in die Videothek laufe, um mir Stück für Stück eine Serie auszuleihen und in hohen, konzentrierten Dosen zu verabreichen.

    Bei den Sopranos war das so.

  2. P. S.
    In wehmütiger Erinnerung an Sätze, die Geschichte schrieben:
    „What the fuck are you talking about?“
    „I got to think about that.“


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