„LAST EXILE“ – Animeserie im Retrolook

Viele Leute die ich kenne winken meist ab, wenn ihnen ein Anime empfohlen wird. In ihren Köpfen geistern vermutlich die Bilder von riesenhaften Mech-Robotern oder willigen Schulmädchen herum. Aber der japanische Zeichentrickfilm hat auch viel Gutes abseits dieser Klischees zu bieten. Mit den Erfolgen von Filmen wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ im Westen kommen nun auch Serien nach Deutschland, die im Land des Lächelns gefeiert wurden, hierzulande aber völlig unbekannt waren. Eine Perle ist sicherlich die Serie „LAST EXILE“, die mit Retroelementen spielt und dabei frisch und innovativ wirkt…

Die Welt Prestale. Claus Valca und Lavie Head haben ein Vanship (Eine Art Doppeldecker ohne Flügel) geerbt und betreiben nun einen Lieferservice. Dabei geraten sie nicht nur in eine gefährliche Luftschlacht zwischen dem Land Dysis und Anatoray, sondern finden auch das kleine Mädchen Alvis, daß von der sogenannten Gilde gesucht wird. Die Gilde ist eine allmächtige Organisation, die als Richter über Schlachten wacht und über die Antriebseinheiten aller Schiffe, den Claudia-Einheiten, verfügt. Nun müßen Claus und Lavie Alvis in Sicherheit bringen. Das Söldnerschiff Sylvana und deren Captain, Alex Row, nimmt sich den Dreien an. Aber wieso will die Gilde das kleine Mädchen haben und was hat es dabei mit dem Letzten Exil auf sich?

Das Studio GONZO hat mit einer Mischung aus Zeichentrick und Computeranimationen eine spannende Steampunk-Serie erschaffen, die grade wegen ihres Retroeinschlags gut funktioniert. Die Schlachten über den Wolken erinnern an Schiffsgefechte auf dem Meer, Gewehre werden mit Dampfdruck betrieben, die Uniformen lassen an das victorianische England denken, die Pilotin Tatjana gibt in ihrem feuerroten Vanship den Roten Baron.

Das Einzige, was mir negativ aufgefallen ist, ist die erschreckende Ähnlichkeit der Uniformen der Sylvana-Crew mit SS-Uniformen. Da ist den Designern scheinbar auf der Suche nach „coolen“ Sachen leider nichts anderes eingefallen.

Wer auf Retro-Science-Fiction und Animes steht und diesen Fehler übersehen kann, ist mit der Serie gut bedient. Die unbelehrbaren Animehasser können hiermit vermutlich ähnlich viel anfangen, wie mit den Klassikern. Aber wer erkennt, wie weit sich die Bandbreite im Bereich Anime und Manga erstreckt, muß eigentlich auch eines Tages eine Perle für sich in der Menge finden.

Published in: on April 22, 2008 at Dienstag, April 22, 2008  Schreibe einen Kommentar  
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